Unsere Reise durch Queensland geht heute in Richtung Norden weiter. Auf dem Weg zu unserem Etappenziel in Hervey Bay besuchen wir allerdings unterwegs noch die alte Goldgräberstadt Gympie.

Als wir dort am Museum ankommen, stellen wir fest, dass dort heute Markttag ist. So entschließen wir uns, vor dem Besuch des Museums noch kurz über den Markt zu schlendern. Der Markt hier beim Museum ist lange nicht so groß wie der gestern in Eumundi und anders als dort werden hier durch lokale Landwirte und Händler tatsächlich eher eigene Produkte angeboten.

German Bratwurst scheint allerdings in Australien im Moment der letzte heiße Scheiß zu sein.

Der Preis für die Wurst ist sicher heiß! Gestern in Eumundi sollte eine Bratwurst im Brötchen 14 Dollar kosten, heute hier in Gympie ist sie mit 15 Dollar (ca. 9 €) sogar noch teurer.

Nach dem kurzen Abstecher über den Markt geht es dann tatsächlich ins Museum.

In den 1860er Jahren sah es um die australische Wirtschaft und auch die Staatsfinanzen der einzelnen Provinzen nicht besonders gut aus. Der Gouverneur von Queensland lobte ein Preisgeld von 3000 Dollar für denjenigen aus, der ein ergiebiges Goldvorkommen findet.

Ein Mann namens James Nash machte sich 1867 von Brisbane aus im Sattel seines Pferdes auf den Weg nach Norden. Er suchte zunächst in der Gegend um Imbil nach Gold, hatte dort aber kein Glück. Er ritt also weiter nach Norden und überquerte schließlich den Mary River. In einem Seitental versuchte er, Gold aus einem Bach zu waschen, aber auch das war nicht erfolgreich. Als er jedoch mit seiner Hacke an einem Felsen kratzte, hatte er sehr schnell zwei Unzen (knapp 60 Gramm) Gold beisammen.

Weil er seine Hacke zerbrochen hatte, ritt er nach Maryborough (ca. 80 km nördlich von Gympie), tauschte dort sein Gold ein und versorgte sich mit Werkzeug und Lebensmitteln. Dann kehrte er zu seiner Fundstelle zurück und schürfte weiter. Innerhalb von nur zwei Wochen hatte er 70 Unzen (etwa 2 Kilogramm) Gold in den Felsen gefunden.

Um seinen Fundort nicht zu verraten ritt er erneut nach Maryborough und segelte vor dort aus mit einem Schiff nach Brisbane. Dort verkaufte er das Gold, beschaffte sich Pferd und Wagen, Werkzeug und alles, was er benötigte, um ein Camp zu errichten. Damit kehrte er erneut zu seiner Fundstelle zurück.

Dort wartete er zunächst vergeblich auf seinen Bruder, der ihm eigentlich folgen wollte. Am 16. Oktober 1867 meldete er schließlich bei der Ordnungspolizei in Maryborough seinen Fund und erhob Anspruch auf die ausgelobten 3000,- Dollar Prämie. Innerhalb kürzester Zeit folgten ihm Hunderte von Menschen in das Gebiet um die Fundstelle. Die dort entstehende Siedlung wurde ihm zu Ehren zunächst Nashville genannt. Erst später wurde der Ort dann in Gympie umbenannt.

Die Goldvorkommen in Gympie waren so groß, dass im Laufe von ca. 60 Jahren dort ca. 100 Tonnen Gold gefördert wurden. Die Stadt behauptet von sich, damit den Bundesstaat Queensland vor dem Staatsbankrott gerettet zu haben (sh. oben im Beitragsbild: „The Town that Saved Queensland“).

Gympie zeichnet sich auch dadurch aus, dass dort der größte in Queensland gefundene Goldklumpen entdeckt wurde, der 30 Kilogramm (975 Unzen) schwere „Curtis Nugget“, der im Februar 1868 ausgegraben wurde.

Das Museum bietet nicht nur einen Überblick über die Geschichte Gympies im Kontext der Goldfunde, sondern auch des übrigen alltäglichen Lebens in der älteren und jüngeren Vergangenheit. Insofern handelt es sich nicht ausschließlich um ein Goldrausch-Museum, sondern ist eher ein Heimatmuseum. Wie in Caboolture wird auch dieses Museum von Freiwilligen betrieben. Es ist allerdings deutlich strukturierter aufgebaut und viele Exponate sind in wesentlich besserem Zustand.

Nachdem wir unseren Besuch im Museum beendet haben, fahren wir weiter zu unserem heutigen Etappenziel in Hervey Bay. Weil wir bis zum Einchecken in unsere Ferienwohnung noch etwa eine Stunde Zeit haben und uns maritime Umgebungen immer anziehen, fahren wir noch zum Hafen und sehen uns dort etwas um.

Danach beziehen wir unsere wirklich schöne und sehr üppig ausgestattete Wohnung und schließlich unternehmen wir noch einen kurzen Spaziergang durch die Umgebung zur Orientierung.

Morgen wird ein langer Tag. Wir müssen für die geplante Unternehmung bereits um 06:00 Uhr aufstehen. Seid gespannt auf den morgigen Bericht!

Von Michael

3 Kommentare zu „Heart of Gold“
  1. Das mit dem Fundstellen zu verheimlichen und andere Wege zurück in die Besiedelung zu nehmen gab es im Goldrausch im US-Südwesten auch!
    Und wieder ein sehr hübscher Hafen 🙂

  2. Das Museum klingt wirklich spannend, ich finde es immer gut, wenn die Exponate in Heimatmuseen thematisch gut organisiert sind und nicht nur ein Sammelsurium ergeben.

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