Höhepunkt des heutigen Tages ist eine Besichtigung Nidaros, der alten Hauptstadt der Wikinger. Die Stadt ist allerdings besser unter ihrem heutigen Namen Trondheim bekannt.

Kurz bevor wir den Hafen erreichen kommt uns das südgehende Schwesterschiff MS Nordkapp entgegen. Zwischen der Midnatsol und der Nordkapp besteht ein Wettbewerb. Jedes Mal wenn sich diese Schiffe auf ihren Reisen begegnen, werden die Passagiere an Oberdeck beordert und mit Fahnen ausgestattet. Die Fahnen werden dann geschwungen und es wird gewunken. Das Schiff, das dabei mehr Action erzeugen kann, gewinnt den Wettbewerb.

Direkt vor der Hafeneinfahrt von Trondheim liegt die Insel Munkholmen.

Insel Munkholmen

Der Name (Munk = Mönch, Holmen = Insel) zeigt bereits, dass auf der Insel in früher Zeit ein Kloster lag. Zu diesem Kloster gibt es eine nette Anekdote: Die Mönche betrieben im Kloster unter anderem eine Brauerei. Offensichtlich sprachen die Mönche ihrem Bier sehr gern zu. Die Bürger der Stadt beschwerten sich im Mittelalter mehrfach schriftlich beim Rat der Stadt über den nächtlichen Lärm der aus dem Kloster über die Stadt schallte und die Einwohner um ihren Schlaf brachte.

Kurz vor 10:00 Uhr legt das Schiff in Trondheim im Hafen an. Da wir hier nur gegrenzt Zeit haben, legen wir den Fokus unseres Besuchs zunächst auf die Besichtigung des Nidaros-Doms. Die Kirche ist Grabstätte des Heiligen Olafs, eines der ersten Könige von Norwegen. Sein Grab befand sich in der ursprünglichen Holzkirche hinter dem Altar, insofern wird die Kirche heute noch als Nationalheiligtum angesehen.

Nidaros-Dom in Trondheim

Schon die gotische Westfassade der Kirche mit ihren 55 Steinfiguren ist beeindruckend.

Westfassade des Nidaros-Doms

Im Inneren der Kirche zeigt sich an den Baustilen die zeitliche Entwicklung der Kirche. Das heutige Hauptschiff ist nicht das älteste Element, es ist im gotischen Stil mit Spitzbögen erbaut.

Blick in das gotische Hauptschiff

Das Querschiff ist das ältere Element und noch im romanischen Stil mit Rundbögen gebaut.

Romanisches Querschiff mit Rundbögen

Hier seht ihr noch ein paar weitere Bilder aus der Kirche:

Weitere Informationen zum Dom gibt es auch unter diesem Link.

Die verbleibende Zeit nutzen wir dann für einen kurzen Bummel durch die Stadt. Auch hier nehmen wir noch einige Eindrücke mit, die Anreiz geben, auf dem Rückweg noch einmal an einigen Stellen genauer hinzusehen.

Beeindruckend fand ich persönlich auch die Marienkirche.

Marienkirche in Trondheim

Überraschend beim Betreten der Kirche war für mich, dass dort eine Ausgabestelle für Essen eingerichtet war. Bei näherem Hinsehen zeigte sich, dass es sich bei der Kirche um eine Art soziales Zentrum handelt, in dem Menschen nicht nur für Gottesdienste zusammen kommen. Hier wird Kirche tatsächlich „gelebt“.

Auch der kurze Blick auf die alte Stadt war sehr schön. Diesen Teil der Stadt werde ich mir auf dem Rückweg sicher noch ansehen.

Kurz vor 13:00 Uhr legt das Schiff dann in Trondheim wieder ab, um die Reise Richtung Norden fortzusetzen. Nachmittags passieren wir den Kjeungskjær-Leuchtturm, einen der schönsten Leuchttürme an der Küste Norwegens.

Kjeungskjær-Leuchtturm

Ein weiteres Highlight des Tages ist am frühen Abend die Vorbeifahrt am Dorf Bessaker. In dem kleinen Hafen des Dorfes legen die Signature-Schiffe der Reederei Hurtigruten an. Die Menschen im Dorf fühlen sich der Reederei sehr verbunden, sodass sie sich in größerer Zahl bei jeder Vorbeifahrt eines Schiffes auf dem Anleger versammeln und die Schiffe mit Musik und Fahnenschwenken begrüßen. Auch wir werden von unserem Kapitän an Oberdeck beordert und grüßen zurück.

Am späten Abend laufen wir dann noch den Hafen von Rørvik an. Auch hier gibt es allerdings nur einen 15minütigen Stopp um Passagiere ein- und aussteigen zu lassen und Waren zu be- und entladen.

Blick auf Rørvik

Unter anderem können wir beobachten, dass eine ganze Palette mit Lachs auf das Schiff verladen wird. Auf unserer Fahrt sehen wir immer wieder an den Küsten und in den Fjorden die Lachsfarmen. Insgesamt sind wir seit der Abfahrt in Bergen sicher schon an mehr als 50 dieser schwimmenden Farmen vorbeigefahren.

Ein Gabelstapler transportiert eine Palette mit Lachs zum Schiff
Fischzuchtanlage

Morgen werden wir dann de Polarkreis überqueren. Ihr dürft gespannt sein!

Von Michael

2 Gedanken zu „Nidaros – Die alte Hauptstadt der Wikinger“
  1. Du hast die wichtigste Info vergessen: Welches Schiff hat den Fahnenschwenk-Wettbewerb gewonnen? 😀

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