Schon wieder Wein? Ja, in Südaustralien gibt es eine ganze Menge davon! Aber das soll es jetzt vorerst einmal gewesen sein…

Aber immer schön der Reihe nach: Heute steht die erste Etappe der Rückfahrt Richtung Adelaide an. Und das Etappenziel liegt wieder in einem bekannten australischen Weinbaugebiet. Dieses Mal handelt es sich um das Clare Valley.

Wir fahren nach einem tollen Frühstück in dem schon von gestern bekannten Lokal in Richtung Süden. Dabei geht es nicht über Quorn zurück, sondern etwas weiter in Richtung des Landesinneren. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Zuerst fahren wir durch eine von kargem Buschland bedeckte Ebene. Dann folgen auf die Ebene sanfte Hügel auf die ausgedehnten Brachflächen langsam landwirtschaftliche Nutzflächen.

Zuerst handelt es sich um ausgedehnte Weideflächen für Schafe. Dann tauchen im weiteren Verlauf immer wieder auch Rinderherden auf. Als wir noch weiter nach Süden kommen weichen die Viehweiden plötzlich ausgedehnten Getreidefeldern.

Etwa 10 Kilometer bevor wir Clare erreichen, tauchen dann auch die ersten Rebflächen auf.

Auf den ersten ca. 110 km der Strecke durchfahren wir genau zwei Ortschaften. Die erste Ortschaft ist Cradock, von dem wir nicht einmal als Dorf sprechen würden. Es gibt eine Handvoll Häuser, ein Hotel, eine Tankstelle und eine für die Winzigkeit des Ortes imposante Kirche.

Die zweite Ortschaft ist Carrieton, ein Ort, der nur unwesentlich größer scheint und ebenfalls die oben genanten Merkmale aufzuweisen hat.

Nach ca. 110 km erreichen wir dann Orroroo. Der Ort hat laut englischer Wikipedia 600 Einwohner, nennt sich aber auf einem Begrüßungsschild an der Straße stolz „Capital of the Northern Highlands“.

Danach wird die Besiedlung merkbar dichter, vor allem landwirtschaftliche Anwesen liegen immer wieder verstreut in der Landschaft.

Gegen Mittag erreichen wir dann unser heutiges Etappenziel in Clare. Im Motel können wir noch nicht einchecken, aber das Auto können wir dort bereits abstellen.

Clare ist der Ausgangspunkt eines Rad- und Wanderweges des „Riesling Trail“, der auf einer Länge von ca. 30 Kilometern auf einer ehemaligen Bahntrasse angelegt wurde und durch die Weinorte des Clare Valley führt. Riesling wird hier tatsächlich angebaut, auch wenn er nicht die größte Bedeutung hat. Wegen der Höhenlage und der auch im Sommer recht großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht reift der Riesling hier besser als in den südlicheren Weinbaugebieten Südaustraliens, wo es nachts nicht kalt genug wird.

Unser Plan war, uns im örtlichen Fahrradverleih Fahrräder auszuleihen und ein Stück dieses Weges zu radeln. Leider erreichen wir den Fahrradverleih um 12:10 Uhr, als dieser gerade für den heutigen Tag geschlossen hat.

So machen wir uns wieder auf Schusters Rappen auf den Weg und wollen sehen, wohin wir uns treiben lassen.

Weit kommen wir zunächst nicht. Da wir auch noch nicht zu Mittag gegessen haben, lockt uns das Schild einer örtlichen Bäckerei.. Im Tresen werden verschiedene herzhafte und süße Leckereien angeboten, aus denen wir uns unser Mittagessen aussuchen, Als wir aufgegessen habe liegt praktischerweise direkt nebenan die „Cellar Door“ des Weinguts von Greg Cooley.

Wir treten ein und teilen uns dort eine Weinprobe. Die Chefin des Hauses sitzt derweil auf einem Stapel Weinkartons und überwacht die Szenerie.

Der sehr gesprächige Inhaber bedient neben uns noch zwei weitere Herren, die mit am kleinen Tresen sitzen. Im allgemeinen Gespräch gibt er dann, als er gefragt wird, welche weiteren Weingüter er empfehlen kann den Tipp, das Weingut Sevenhill zu besuchen.

Laut Routenplaner hätten wir dorthin auf dem Riesling Trail eine Strecke von ca. 3,5 km zurückzulegen. Wir beschließen, die Herausforderung anzunehmen und machen uns auf den Weg.

Abseits der Straßen durch die Weinberge lässt es sich sehr schön laufen. Da auch das Wetter mitspielt und uns die Sonne angenehm warm auf den Rücken scheint, schreiten wir flott dahin.

Schließlich erreichen wir Sevenhill, bei dem es sich um das älteste Weingut in Südaustralien handeln soll.

Das Weingut wurde im Jahre 1851 von deutschen Jesuiten gegründet, die wegen religiöser Verfolgung aus Preußen fliehen mussten. Sie gründeten dort eine deutsche katholische Gemeinde und bauten den Wein an, um Messwein zu produzieren. Das Weingut ist noch heute im Besitz des Jesuitenordens und versorgt Kirchen unterschiedlicher Konfessionen in Australien und im gesamten südostasiatischen Raum mit Messwein.

Nähere Informationen dazu gibt es auf der Webseite des Weinguts.

Zunächst sehen wir uns im Weingut etwas um.

Dann genehmigen wir uns auch hier eine kleine Weinprobe.

Nachdem wir die Weinprobe beendet haben, wollen wir noch die nebenan liegende Jesuitenkirche St. Aloysius besuchen. Auf dem Weg dorthin sehen wir drei Kängurus, die in einem Weinberg grasen. Wir hatten auf dem Weg zum Weingut bereits an anderer Stelle in einem Weinberg Kängurus – darunter ein großes rotes – gesehen und uns gefragt, ob die vielleicht auch irgendwann mal von den Trauben naschen. Nach Auskunft der Dame, die uns durch die Weinprobe begleitet, fressen Kängurus aber keine Trauben.

Dann erreichen wir gleich auch die Kirche, die zu unserer Überraschung sogar offen ist und auch innen besichtigt werden kann.

Da es nun doch schon recht spät geworden ist, gehen wir nun zügig zurück nach Clare.

Die Aufzeichnung der Wanderung bei Komoot gibt es hier zu sehen:

Zum Abendessen fahren wir noch einmal in den Ort. Die Besichtigung müssen wir allerdings auf morgen verschieben, da es inzwischen dunkel geworden ist.

Von Michael

2 Kommentare zu „Jetzt trink‘ ma noch a Flascherl Wein“

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