Einen Besuch im Outback haben wir bei unseren bisherigen Reisen nach Australien noch nicht geschafft. Den Gedanken, während unserer Reise Broken Hill zu besuchen, wo Rebecca und Matt ein Jahr gelebt haben, wurde im Zuge der Planungen sehr schnell wieder verworfen. Matt hatte uns dazu geraten, lieber in die Flinders Ranges zu fahren.

So sind wir heute Morgen von Adelaide aus wieder in Richtung Norden aufgebrochen und haben es heute zumindest bis nach Quorn geschafft. In unserem Reiseführer wird dieser Ort bereits dem Outback zugerechnet. Ob das stimmt, lassen wir einfach mal so stehen.

Auf dem Weg dorthin kommen wir direkt am Bumbunga Lake vorbei. Die Besonderheit dieses Sees ist, dass er – je nach Sonneneinstrahlung und Bewölkung – in zartem Rosa schimmern soll.

Bumbunga Lake mit Seeungeheuer

Leider sind die Bedingungen heute nicht ideal. Stellenweise lässt sich hin und wieder die besondere Farbe erahnen, aber dass der See wirklich rosa schimmert, können wir nicht gerade behaupten.

Nach einer Pause und einem Fahrerwechsel geht es dann weiter in Richtung Norden, zunächst relativ an der Küste entlang. Recht plötzlich wandelt sich die Landschaft, und wo zu unserer Rechten vor kurzer Zeit noch eine weite Ebene das Bild beherrschte, taucht jetzt eine Hügelkette auf, an der wir entlang fahren. Dabei handelt es sich bereits um die südlichen Ausläufer der Ranges.

Kurz bevor wir den State Highway 1 verlassen um in die Hügel hineinzufahren, fällt uns an einem großen Mast links neben der Straße ein gleißend helles Licht auf.

Als wir näher kommen, stellt sich heraus, dass dort durch große Spiegel am Boden das Sonnenlicht gebündelt und auf die Spitze des Turm gelenkt wird. Auf dem Gelände befindet sich neben mehreren Windkraftanlagen auch noch ein großen PV-Feld.

Eine spätere Recherche im Internet führt zum Ergebnis, dass es sich hier um Sundrops, ein Unternehmen handelt, das auf dem Gelände in Gewächshäusern auf einer Fläche von 20 ha Südfrüchte anbaut. Kernstück der Anlage ist der Turm, den wir gesehen haben. Durch das gebündelte Sonnenlicht wird Dampf erzeugt, der Dampfturbinen antreibt, die wiederum Strom erzeugen. Der erzeugte Strom wird in den Gewächshäusern verbraucht. Darüber hinaus wird die erzeugte Wärme ebenfalls genutzt, um die Gewächshäuser zu beheizen.

Damit nicht genug: das benötigte Wasser wird aus Meerwasser gewonnen, das in der Anlage entsalzt wird. Das PV-Feld und die Windkraftanlagen dienen unterstützend zur Energiegewinnung, wenn die Sonne nicht ausreicht, um das Wasser in benötigtem Maße zu erwärmen.

Auf dem Satellitenbild bei Google Maps ist das Ausmaß der Anlage gut zu erkennen.

Kurz nach 13:30 Uhr haben wir unser heutiges Tagesziel in Quorn erreicht. Das Hauptgebäude unseres Motels befindet sich in einer alten Mühle.

Die Attraktion, wegen der wir hier auf dem Weg nach Hawker eine Station einlegen, steht dampfend am nahegelegenen Bahnhof. In der Nähe des Motels befindet sich ein Bahnübergang und da die Abfahrt des heutigen Zuges unmittelbar bevorsteht, gehen wir erst einmal dorthin, um den abfahrenden Zug schon einmal in Augenschein zu nehmen.

Der Pichi Richi Railway Express

Über die Bahn und deren Geschichte werde ich morgen ausführlich berichten, wenn wir mitgefahren sind.

Nach dem Einchecken im Hotel machen wir uns auf, um den Quorn Heritage Walk zu begehen, eine kleine Runde durch das Dorf, die an verschiedenen historischen Gebäuden vorbei führt.

Als wir zum Motel zurückkommen, werden wir von der Herrin des Hauses begrüßt, die zunächst ihren Tribut einfordert.

Abendessen gibt es heute im örtlichen Pub.

Danach gehen wir noch einmal kurz zum Bahnhof zurück. Als eine besondere Aktion werden hier nach Sonnenuntergang bis ca. 22:00 Uhr täglich auf einen inzwischen ungenutzten Getreidespeicher aus den 1960er Jahren historische Filme projiziert. Als wir ankommen, läuft gerade ein Film aus den 1970er Jahren über die Reaktivierung der Bahnstrecke als Museumseisenbahn.

Allerdings ist es inzwischen empfindlich kühl geworden, sodass wir nach kurzer Zeit den Platz wieder verlassen und in unser gemütliches Zimmer im Motel zurückkehren.

Mehr von Pichi Richi gibt es dann morgen, also: Dranbleiben!

Von Michael

2 Kommentare zu „On the Road Again“
    1. Ja, klar war das was für mich! Dafür bin ich auch sehr dankbar, dass Mama das bei der Planung der Resise mit reingenommen hat.

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