Hä? Moment mal! Wie jetzt? Westerland? Auflösung später…

Unser heutiges Tagesprogramm besteht zunächst aus drei Programmpunkten: Wir wollen den Markt in Eumundi besuchen, uns ein wenig in Noosa Head umsehen und im Noosa Head National Park eine kleine Wanderung unternehmen.

Wir frühstücken erneut auf dem Balkon und machen uns dann auf den Weg nach Eumundi. Dort ist immer mittwochs und samstags ein großer Markt. Laut Reiseführer handelt es sich um ein „must see“ bei jedem Besuch in Queensland.

Der Markt bezeichnet sich als Australiens erster Kunsthandwerkermarkt. Neben Kunsthandwerk gibt es aber auch allerlei Kuriositäten im Angebot.

Der Markt ist nach unserer Empfindung sehr voll, beinahe überlaufen. Unsere Vorstellung wäre auch gewesen, dass wir hier auf Anbieter treffen, die lokale Produkte ähnlich wie auf einem Wochenmarkt anbieten. Davon gibt es leider nur sehr wenige. Der überwiegende Teil ist „Krempel“, den man auf jedem beliebigen Markt der Welt kaufen könnte.

Auf dem Markt kommen wir mit einem älteren Maler ins Gespräch, als wir uns seine großformatigen Bilder mit maritimen Motiven ansehen. Gerade als wir uns leider darüber klar werden, dass wir ein gerahmtes Bild, das sich über unserer Anrichte im Wohnzimmer sehr gut machen würde, wohl kaum heil nach Deutschland bekommen, spricht er uns an. Als er erfährt, dass wir aus Deutschland kommen, fängt er plötzlich an, Deutsch mit uns zu sprechen. Er erzählt uns, dass er im Jahre 1957 aus dem ehemaligen Jugoslawien über Italien nach Australien ausgewandert ist. Bei der Einwanderung im Hafen von Melbourne habe er seine inzwischen verstorbene Frau getroffen, die gerade mit einem Auswandererschiff aus Deutschland angekommen war. Sie stammte aus Alzey. Das Paar hat später zwei Jahre in Zirndorf bei Nürnberg gelebt, kehrte dann aber nach Australien zurück.

Die Unterhaltung mit dem Künstler dauert sicher fast eine halbe Stunde. Bevor wir uns verabschieden gibt er uns einen Tipp, was wir uns heute unbedingt noch ansehen sollten, nämlich den Aussichtspunkt auf dem Berg Tinberwaah. Da der Umweg auf der Fahrt nach Noosa nicht groß ist, beschließen wir, nach dem Besuch des Marktes dorthin zu fahren. Man kann mit dem Auto den Berg sehr weit hinauf fahren. Vom Parkplatz für den Lookout ist es dann nur noch ein kurzes Stück Weg bis auf den Gipfel. Der Maler hat nicht zu viel versprochen. Der Ausblick ist wirklich fantastisch, weil man von oben tatsächlich einen 360° Rundumblick hat. Der Blick fällt auf der einen Seite auf die Glasshouse Mountains, auf der anderen Seite über die ebene Küstenlandschaft mit ihren Seen hinter der Küste bis zum Pazifik. Ganz in der Ferne lässt sich sogar Maroochydore erahnen.

Dann fahren wir von dort weiter nach Noosa Beach. Der Reiseführer sagt zu Noosa folgendes: “ Noosa ist cool, Noosa ist angesagt, Noosa ist Kult – jeder liebt Noosa. Wie könnte man auch nicht, wenn Sonne, Strand und kristallklares Wasser auf jene Lässigkeit treffen, die hier gemeinhin als Noosa-Style bezeichnet wird.“

Unsere Annäherung an den Noosa-Style beginnt damit, dass wir ca. 45 Minuten damit verbringen, in dem völlig überfüllten Ort einen Parkplatz zu bekommen. Den finden wir schließlich gut einen Kilometer außerhalb des Ortes. Wir gehe in den Ort zurück. Dann kaufen wir uns an einem Kiosk in Strandnähe für knapp 15 € zwei Sandwiches, die wir auf einer Bank an der Strandpromenade als Mittagessen verspeisen.

Blick auf den Strand von Noosa Beach

Schon nach kurzer Zeit reicht es uns gehörig. Der Ort ist wirklich völlig überfüllt, und das im australischen Winter! Wir möchten nicht wissen, wie es hier im Sommer aussieht. Wir kehren zu unserem Auto zurück. Unser Fazit zu Noosa: „Jeder Zweite hier ist genau so blöd wie ich…“ Womit das Rätsel um Westerland wohl gelöst wäre. Und: Nein, wir wollen sicher nicht zurück nach Noosa Beach.

Dann fahren wir zum Noosa Heads National Park. Dort wollen wir eine kleine Wanderung auf dem Küstenwanderweg unternehmen. Hier haben wir unsagbares Glück. Der Parkplatz am Nationalpark ist genau so voll wie alle Parkplätze in Noosa Beach. Gerade als wir in das Gelände des Parkplatzes einfahren, wird jedoch direkt vor uns eine Parklücke frei.

Dann machen wir uns auf den Weg. Der Wanderweg hier ist im ersten Teil asphaltiert und rollstuhlgeeignet ausgebaut. Es sind wahre Kolonnen von Menschen auf dem Weg unterwegs, bis hin zu Surfern, die ihre Ausrüstung hier entlang schleppen. Glücklicherweise nimmt das Aufkommen an Menschen ab, je weiter wir uns vom Parkplatz entfernen. Hinter Dolphin Point Lookout ist der Weg dann nicht mehr befestigt. Es sind zwar immer noch viele Menschen unterwegs, aber die Massen bleiben doch dort zurück.

Die Wanderung haben wir – natürlich – wieder mit Komoot aufgezeichnet:

Nach der Wanderung fahren wir nach Maroocyhdore zu unserem Appartement zurück. Anders als heute Morgen wählen wir nicht den Weg durchs Landesinnere über die Autobahn, sondern wir nutzen gemütlich die Küstenstraße, die noch einmal einige – aber wegen der strandnahen Bebauung leider wenige – schöne Blicke auf den Ozean bietet.

Das Abendessen gibt es heute im lokalen Pub, der sehr laut und voll ist, sodass wir uns dort nicht lange aufhalten. Dafür genießen wir noch in aller Ruhe ein Glas Wein im Appartement.

Von Michael

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