Liebe Leute, ihr seid der Wahnsinn! Dieser Blog hatte gestern 107 Aufrufe, aber… leider nur einen Kommentar! Darum nochmal die Bitte: Wenn ihr lest, lasst doch mal einen kurzen Kommentar da, damit ich sehe, für wen ich hier schreibe.
Heute holen wir die Tour nach, die wir eigentlich gestern machen wollte. Es geht in den Lamington National Park. Dort wollen wir eine Wanderung zu einem Wasserfall und zu einem Aussichtspunkt unternehmen, von dem aus man den Regenwald mal von oben sehen kann.
Als ich die Navigation zu unserem Zielort starte, wundere ich mich ein wenig, dass ich für die 45 km Fahrstrecke eine Stunde und 15 Minuten benötigen soll. Egal, los geht’s.
Zunächst kommen wir auch flott voran. Trotz zweier längerer Ampelstopps unterwegs – einer wegen einer Baustelle und einer auf einem nur einspurig befahrbaren Streckenabschnitt – haben wir die ersten 20 km recht bald hinter uns gebracht. Dabei sind wir offensichtlich vom Kraterrand runtergefahren, denn es ging überwiegend bergab. Da unser Zielort O’Reilly auf über 900 Metern Höhe liegt, also über 300 Meter höher als Tamborine Mountain, muss es jetzt natürlich wieder bergauf gehen.
Das tut es auch, und wie! Die letzten 25 Kilometer windet sich die schmale Straße in engen Serpentinen bergauf. Eine Haarnadelkurve folgt auf die nächste und viele Streckenabschnitte sind nur einspurig zu befahren, sodass bei Gegenverkehr eine Seite immer wieder anhalten muss. Einen kleinen Abschnitt des Straßenverlaufs zeigt der Screenshot aus Maps:
Die letzten sechs Kilometer führt die Straße durch den dichten subtropischen Regenwald. Das Blätterdach über der Straße sorgt für schlechte Beleuchtung und teilweise stehen die Bäume so dicht am Fahrbahnrand, dass tatsächlich immer nur ein Auto dazwischen durch passt.
Schließlich haben wir doch unseren Zielort erreicht. Da der Himmel klar ist und die Sonne scheint, verzichten wir auf Jacken und ziehen nur unsere Westen an. Die Regenjacken sind trotzdem im Rucksack. Als wir vom Auto losgehen wollen, stelle ich leider fest, dass ich die Kamera im Appartement vergessen habe. Ich hatte gestern Abend noch den Akku geladen, aber heute Morgen die Kamera nicht in den Rucksack gesteckt. Darum gibt es heute „nur“ Handy-Fotos – siehe den Titel des Beitrags…
Wir machen uns vom Parkplatz aus auf den Weg.








Dabei erleben wir die Natur im Regenwald sprichwörtlich mit allen Sinnen. Wir hören die vielen Vögel um uns herum, insbesondere auch hier immer wieder die lauten Rufe des Leierschwanzvogels, wir sehen die vielen Pflanzen und einige Vögel und wir riechen die Düfte der unterschiedlichsten Pflanzen.
Wir kommen an einem wirklichen Baumriesen vorbei und ich will mich gerade wundern, warum der denn wohl von den Siedlern nicht abgeholzt wurde, da sehe ich an der Rückseite, dass er hohl ist. In die Höhle, die der Baum bildet, kann ich hineinkriechen und von ganz oben scheint das Licht durch ein Loch im Stamm hinein.



Schon bald wird dann das Rauschen des Wasserfalls immer lauter. Dann haben wir auch unser erstes Etappenziel – den Aussichtspunkt auf den Wasserfall Morans Falls – erreicht.




Von dort geht die Wanderung weiter. Zunächst müssen wir den Bach – bequem auf einer Brücke – überqueren.





Dann erreichen wir auch schon Morans Falls Clearing, den nächsten Aussichtspunkt, der einen Blick in die Schlucht bietet, die der Bach hier gegraben hat.




Hier beginnt es sogar leicht zu regnen, und wir überlegen gerade, ob wir jetzt die Regenjacken auspacken. Aber der Spuk ist schon nach kurzer Zeit wieder vorbei.
Dann wird es anstrengend. Während es bislang eben war oder teilweise sogar leicht bergab ging, führt der Weg jetzt steil bergauf zum letzten Etappenziel auf unserer Wanderung. Zuletzt geht es sogar fast weglos durch den Regenwald bis wir den Aussichtspunkt Moonlight Crag Lookout erreichen.
Von hier aus bietet sich ein atemberaubender Blick in eine steile Schlucht hinab. Unten sieht man das dichte Blätterdach der Urwaldriesen des Regenwalds. Von hier ober wirken die mächtigen Bäume fast wie in einer Modelleisenbahn.

Der gegenüberliegende Hang ist ebenfalls sehr steil und fast kahl. Auf seiner Höhe stehen dann aber wieder mächtige Bäume.
Nach rechts hin öffnet sich die Schlucht und man hat einen gewissen Fernblick, aber immer noch dominiert der Regenwald das Bild.


Nachdem wir uns sattgesehen haben, wollen wir auch unsere hungrigen Mägen noch sättigen. Auf einer Wiese am Waldrand machen wir in der Sonne ein kleines Picknick. Eklatant ist der abrupte Wechsel der Vegetation. Hier geht der Regenwald sehr schnell in Mischwald über, in dem sogar einige große Nadelbäume wachsen.

Dann machen wir uns auf das letzte Stück Weg zu unserem Ausgangspunkt zurück. Die Höhe, die wir zunächst gemacht haben, verlieren wir recht schnell wieder. Wir müssen erneut den Bach überqueren, diesmal ohne Brücke über die dicken Steine im Bachbett.

Dann führt uns Komoot erneut sehr steil bergauf über ein Wiese und einen Fahrweg, der mit sehr grobem Schotter befestigt ist, bis wir O’Reilly wieder erreicht haben. Dort essen wir im Café noch eine Kleinigkeit und trinken etwas, bevor wir uns wieder an die Rückfahrt wagen.
Die Tour haben wir – wie üblich – mit Komoot aufgezeichnet. Hier könnt ihr sie ansehen:
Im Appartement gibt es erneut Kaffee und Kekse auf der Terrasse.
Zum Abendessen haben wir heute einen Tisch in einem griechischen Restaurant bestellt. Das Essen dort ist lecker, aber etwas ungewöhnlich. Wir bestellen beide Souvlaki, ich mit Lammfleisch und Monika mit Halloumi, aber statt der bei uns üblichen Spieße bekommen wir alle Zutaten einschließlich der Pommes, des Salats und des Zaziki in einen Fladen eingerollt.


