Bei den Bergen, auf denen wir uns befinden, handelt es sich um die Überreste eines gigantischen urzeitlichen Vulkans, der vor ca. 28 Millionen Jahren entstanden ist. Der Krater hat eine Ausdehnung von bis zu 100 Kilometern und erstreckt sich über das Grenzgebiet zwischen dem südlichen Queensland und dem nördlichen New South Wales.

Nicht weit von unserer Unterkunft, auf der anderen Seite der Straße, befindet sich ein Aussichtspunkt, der zugleich Startplatz für Gleitschirmflieger ist. Der Hang fällt zu der Seite – in das Innere des Kraters – recht steil ab.

In weiter Entfernung sieht man oben auf dem Bild eine weitere Bergkette. Das ist der gegenüberliegende Rand des Kraters.

Für heute hatten wir eigentlich einen Besuch im Lamington National Park vorgesehen. Als wir jedoch beim Frühstück saßen, begann es zu regnen. Was macht man denn nun, wenn es regnet? Ganz klar! Man geht in den Regenwald! Wozu heißt der denn wohl so?

Bereits gestern auf der Fahrt hierher waren uns an der Straße kurz vor dem Ort die mächtigen Baumriesen aufgefallen, die wir schon von unserem Besuch im Daintree Rain Forest vor zwei Jahren kannten.

Der Tamborine National Park ist einer der ältesten Nationalparks der Welt. Im Nationalpark gibt es den Tamborine Rainforest Skywalk, den wir heute zunächst besuchen. Dabei handelt es sich um einen Rundgang durch das Herz des subtropischen Regenwaldes hier in der Bergregion. Der Skywalk besteht aus einem Rundgang, der auf einem Steg beginnt, der ca. 15 Meter über dem Waldboden liegt. Das Besucherzentrum ist unmittelbar an den Rand einer Schlucht gebaut und der Steg führt über diese Schlucht.

Auf dem Steg befindet man sich in etwa auf halber Höhe zwischen dem Waldboden und den Baumkronen der riesigen Bäume. Dadurch ermöglichen sich ganz neue Perspektiven auf die üppige Vegetation des Regenwaldes.

Da wir die ersten Besucher am heutigen Tag sind, sind wir anfangs ganz allein unterwegs. Das hat den Vorteil, dass wir uns anfangs weitestgehend ungestört dort umsehen können. Es ist still, aber nicht im Sinne von leise. Die Geräuschkulisse besteht aus dem Rauschen des Windes und des leichten Regens im Blattwerk, den Rufen der Vögel und dem Rauschen des Bachs weiter unten am Waldboden. Anfangs hören wir auch immer wieder den unverkennbaren Ruf des Leierschwanzvogels, aber leider bekommen wir kein Exemplar zu Gesicht.

Der Steg erreicht dann den Rand der Schlucht und führt damit auf den Waldboden zurück.

Besonders beeindruckend sind für mich immer wieder die riesigen Baumfarne, die wirklich den Eindruck vermitteln, man sei in die Urzeit zurückversetzt.

Schließlich erreichen wir fast am Grund der Schlucht auch noch den Bach. Auch hier ist eine Aussichtsplattform darüber gebaut.

Unter günstigen Bedingungen soll man auch hier Schnabeltiere beobachten können, da uns aber mittlerweile mehrere – zum Teil lärmende – Besuchergruppen überholt haben, bekommen wir keins zu Gesicht.

Nach etwa eineinhalb Stunde haben wir den Rundgang, für den üblicherweise 40 Minuten veranschlagt werden, beendet. Es ist für mich immer wieder ein besonderes Erlebnis, in diese faszinierende Vegetation einzutauchen.

Im Besucherzentrum gönnen wir uns noch einen Kaffee, dann fahren wir weiter zu unserer nächsten Station. Wir wollen einen Rundgang am Cedar Creek machen, einem Bach, der an einer Stelle einen kleinen Wasserfall bildet.

Auch dieser Spaziergang führt uns wieder durch den subtropischen Regenwald und auch hier treffen wir wieder auf die bereits so oft gesehenen Baumriesen.

Faszinierend ist auch die Vogelwelt, die hier immer wieder mit exotischen Rufen und Gesang zu hören, aber leider viel zu selten zu sehen ist.

Schließlich haben wir Curtis Falls, den Wasserfall, erreicht.

Von dort aus gehen wir weiter auf einen kurzen Rundweg am Bach entlang. Wegen des vorausgegangenen Regens ist der Weg leider an vielen Stellen sehr matschig und die Steine sind sehr glatt.

An einer Stelle haben wir den Bach auf einer Brücke überquert. Freundlicherweise wurde an dieser Stelle schon darauf hingewiesen, dass am Wendepunkt der Runde keine Brücke vorhanden ist, und man entweder selbst einen Weg über den Bach finden, oder den gleichen Weg wieder zurückgehen muss. Wir stellen uns der Herausforderung und überqueren den Bach tatsächlich ohne Brücke.

Der Bach ist hier in zwei Arme geteilt in deren Mitte eine kleine Insel liegt. Der eine Arm lässt sich relativ leicht auf einem umgestürzten Baumstamm überqueren, wobei der Weg dorthin auch nicht ganz einfach zu finden ist. Den anderen – glücklicherweise schmaleren – Arm müssen wir dann über große im Bachbett liegende Steine, die wegen des vorangegangenen Regens sehr rutschig sind, überqueren. Glücklicherweise gelingt uns auch das unfallfrei.

Durchaus schmerzhaft zu sehen sind immer wieder die Überreste dessen, was die Siedler in den 1860er und 1870er Jahren hier hinterlassen haben. Der Regenwald, den wir heute gesehen haben, ist zum großen Teil wieder aufgeforstet worden.

Dieser Baumstumpf dürfte wohl seit ca. 160 Jahren an dieser Stelle stehen. Dass er nicht inzwischen verrottet ist zeigt, dass das Hartholz sehr langlebig ist und eben deshalb so beliebt war. Im Besucherzentrum des Skywalk haben wir erfahren, dass 99,7 % des subtropischen Regenwaldes durch die Einwanderer vernichtet worden sind.

Nachdem wir unsere Wanderung am Bach beendet haben, kaufen wir uns in einer Bäckerei im Ort jeweils ein herzhaftes und ein süßes Gebäckstück. Das herzhafte Gebäck verzehren wir gleich an Ort und Stelle an einem Picknicktisch. Das süße Gebäck nehmen wir mit zu unserem Appartement. Dort trinken wir auf der Terrasse Kaffee und essen den Kuchen dazu.

Dann machen wir uns etwas frisch, ziehen uns um und gehen zu Fuß zu einem etwa zwei Kilometer entfernten Weingut namens Witches Falls (Hexenfälle), benannt nach einem in der Nähe liegenden Wasserfall. In unserem Appartement hatten wir einen Gutschein für eine Weinprobe für zwei Personen gefunden, den wir hier einlösen können.

Wir probieren jeweils sechs verschiedene Weine, die allesamt recht gut sind.

Dabei sind auch Weine von Rebsorten, die uns bislang völlig unbekannt waren, aber durchaus sehr lecker sind.

Die Wanderung am Cedar Creek haben wir mit Komoot aufgezeichnet. Hier könnt ihr sie ansehen:

Achtung! Die Runde endet, wo sie begonnen hat bei A. Ich habe leider vergessen, nach der Wanderung die Aufzeichnung zu stoppen und Komoot hat die Fahrt zum Bäcker mit aufgezeichnet.

Von Michael

4 Kommentare zu „Was müssen da für Bäume stehn“
    1. Ich finde Regenwald immer wieder faszinierend. Ich war überrascht, dass es hier auch welchen gibt. Das Wetter war gar nicht so schlimm. Es sind nur hin und wieder ein paar Tropfen gefallen.

    2. Dem kann ich mich nur anschließen! Einige von den Fotos muss ich wohl mal meinen Zimmerpflanzen zeigen, damit die wissen, was ich erwarte 😀
      Und das mit der Abholzung scheint ja auch ein internationales Problem zu sein — der Bayerische Wald in seiner heutigen Form ist ja auch zum allergrößten Teil wieder aufgeforstet.

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