Heute wollen wir uns mit unserer Tagestour von Adelaide aus in südliche Richtung orientieren. Wir wollen die Fleurieu-Halbinsel besuchen. Wir machen uns recht früh, bereits gegen 08:00 Uhr, auf den Weg. Da wir heute für den Berufsverkehr antizyklisch fahren, kommen wir recht flott aus der Stadt heraus.

Unser erstes Ziel ist McLaren Vale, ein bekannter australischer Weinort. Hier fahren wir aber nur durch den Ort, weil wir uns orientieren möchten, ob sich nachher auf dem Rückweg hier ein Stopp lohnen könnte. Der Ort macht einen wohlhabenden Eindruck, man würde sagen, es „riecht nach Geld“ und es wirkt alles eher kommerzialisiert.

Wir setzen unsere Fahrt fort und erreichen nach einer guten Stunde Fahrt um kurz nach 09:00 Uhr Victor Harbor, ganz im Süden der Halbinsel. Bevor wir die Stadt erreichen, legen wir oberhalb des Ortes an einem Aussichtspunkt einen kurzen Stopp ein.

Blick auf Victor Harbor und Granite Island

Zuerst sehen wir uns im Ort um. Wir kommen am Bahnhof vorbei, von dem ein historischer Zug – der Cockle Train (Muschel-Zug) – an der Küste entlang nach Goolwa fährt. Den Zug wollen wir heute aber nicht benutzen.

Der Bahnhof in Victor Harbor

Wir gehen weiter und kommen zum Wal-Museum. Dort wird leider die Ausstellung gerade umgebaut, sodass wir auf einen Besuch verzichten.

Unser eigentliches Ziel in Victor Harbor ist die vorgelagerte Felseninsel Granite Island. Die Insel ist vom Festland aus über einen Steg zu erreichen und wird auch von einer von Pferden gezogenen Tram angefahren.

Blick über den Steg zur Insel

Wir schlendern über den Steg und erreichen kurze Zeit später die Insel.

Hier gibt es einen ausgewiesenen Rundweg, der im Wesentlichen entlang der Küste einmal um die Insel führt. Bei strahlendem Sonnenschein umrunden wir die Insel und erfreuen uns an den Schönheiten der Natur.

Interessant sind auch die Granitfelsen, die überall auf der Insel in teilweise riesigen Blöcken zutage treten. Einige von ihnen sind durchaus bizarr geformt.

Insbesondere an der Westküste der Insel peitscht der Wind die Wellen gegen die Felsen. Das anbrandende Wasser erzeugt teilweise beeindruckende Fontänen.

Als wir die Runde um die Insel fast beendet haben, kommen wir am „Inselbahnhof“ der Pferdetram vorbei. Hier trifft gerade eine Tram ein, die vom Festland kommt.

Da es am Bahnhof keine Wendeschleife gibt, muss die Bahn hier „Kopf machen“. das geschieht, indem das Pferd einfach auf der einen Seite des Waggons ausgespannt, um den Wagen herumgeführt und an der anderen Seite wieder angespannt wird.

Nachdem die Bahn wieder abgefahren ist, gehen auch wir über den Steg zum Festland zurück. Am Ufer streckt kurz ein Seehund seinen Kopf aus dem Wasser.

Auf dem Steg kommt uns dann noch einmal die Bahn entgegen.

Außerdem sehen wir von Steg aus in einiger Entfernung am Felsenufer der Insel sowohl eine Gruppe von Kingfishern als auch eine Gruppe Pelikane.

Zurück auf dem Festland kommen wir noch einmal am Pferdestall der Inselbahn vorbei, wo die sehr beeindruckenden Clydesdale-Pferde auf ihren Einsatz warten.

Dann ist es Zeit für das Mittagessen. Wir entscheiden uns dafür, heute unsere Hauptmahlzeit mittags zu essen und dafür das Abendessen kleiner ausfallen zu lassen. Da wir nun schon einmal am Meer sind, ist es nur logisch, dass wir ein Fischrestaurant aufsuchen. Dort entscheiden wir uns für die auf der Speisekarte angebotene große Fischplatte für zwei Personen und genehmigen uns jeder ein Glas äußerst leckeren regionalen Weißweins dazu.

Nach dem Essen kommen wir auf dem Rückweg zu unserem Auto wieder am Bahnhof vorbei, wo gerade der Cockle Train abfahrbereit zu seiner nächsten Fahrt nach Goolwa steht.

Cockle Train am Bahnhof in Victor Harbor

Danach fahren wir zu unserem nächsten Ziel nach Cape Jervis. Der Ort liegt an der südwestlichsten Spitze der Halbinsel. Von hier aus fährt die Fähre zur Insel Kangaroo Island. Hier hatten wir uns etwas mehr vorgestellt, aber außer dem Fährhafen und einem kleinen Leuchtturm gibt es nichts besonderes zu sehen.

Dann fahren wir weiter zu unserem letzten Ziel für heute. Dieses liegt direkt an der Westküste, etwa auf halbem Weg zwischen Cape Jervis und Adelaide. Es handelt sich um die Ortschaft Port Willunga. Der Ort liegt an einem Steilufer und war in früherer Zeit ein Fischerdorf. Als Anleger für die Boote wurde zweimal eine hölzerne Pier gebaut, die aber beide Male der Macht der Wellen zum Opfer fiel.

Blick auf die Überreste der 1915 zerstörten zweiten hölzernen Pier

Um ihre Boote bei Sturm zu schützen, gruben die Fischer Höhlen in den relativ weichen Sandstein des Steilufers, in die sie ihre Boote hochziehen konnten.

Da auch heute der starke Westwind das Wasser hoch an die Küste drückt, können wir leider nicht zum Strand absteigen und die Höhlen von dort aus betrachten.

Wasser schwappt auf die Treppe zum Strand

Wir steigen, soweit es der Wasserstand zulässt, die Treppe hinab und können so wenigstens einen seitlichen Blick auf drei der insgesamt sechs Höhlen werfen.

Blick auf drei der insgesamt sechs Höhlen von der Treppe aus

Auf einem etwas rutschigen Pfad am Ufer entlang ist die erste Höhle trockenen Fußes zu erreichen.

So gelingt es uns doch noch einen Blick zumindest in eine der Höhlen zu werfen.

Wir trinken im „Star of Greece“ Café – benannt als Reminiszenz an das gleichnamige 1888 genau hier vor der Küste untergegangene Schiff – noch einen Kaffee und kehren nach einem wundervollen Urlaubstag dann wieder in unser Appartement in Adelaide zurück.

Von Michael

5 Kommentare zu „Eine Reise in den Süden…“
  1. Wir fanden Port Jervis damals auch ein bisschen enttäuschend, aber insgesamt ist die Fleurieu-Halbinsel wirklich schön!

  2. Hallo 🙂 ich lese auch ein bisschen mit – richtig schön was ihr in der kurzen Zeit schon erlebt habt. Auf der Insel waren wir damals auch, sogar mit dem Pferdewagen. Uns wurde damals berichtet, dass die Pferde immer abwechselnd an unterschiedlichen Tagen eingesetzt werden. Klang also wirklich „pferdefreundlich“.
    Liebe Grüße.

    1. Hallo Barbara,
      vielen Dank für deinen netten Kommentar! Schön, dass du mitliest! Das freut mich sehr.
      Pferdefreundlich ist die Tram in jedem Fall. Für gestern standen insgesamt drei Pferde bereit, soweit wir sehen konnten. Außerdem wurde uns berichtet, dass am Tag zuvor der Betrieb der Tram im Laufe des Tages eingestellt wurde, weil es zu windig wurde und der Wind die Pferde ja bekanntermaßen sehr irritiert.
      Liebe Grüße
      Michael

  3. Die Pferde sind ja echt niedlich! Wie ich gestern schon zu Mama gesagt habe: die sehen auch gut aus, also nicht so „heruntergewirtschaftet“ oder gar misshandelt, wie es ja leider bei solchen Attraktionen oft üblich ist…

    1. Ja, die Pferde scheinen ordentlich gehalten zu werden und sahen tatsächlich gut aus. Sie haben ihren Stall auch nicht da am Steg, sondern werden offensichtlich morgens gebracht und abends wieder abgeholt. Am Stall standen zwei SUV mit Pferdeanhängern. Barney (das Pferd auf den Fotos vor der Kutsche) wirkte auch ziemlich motiviert. Die Kutscherin musste ihn bei der Abfahrt auf der Insel sogar bremsen, damit er nicht zu schnell losrennt.

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