Das mit dem Ausschlafen ist ja so eine Sache. Manchmal habe ich den Eindruck, bei mir setzt langsam die senile Bettflucht ein. Obwohl es gestern Abend mit dem Schreiben des Beitrags und der anschließenden Dusche nach 23:00 Uhr war, bis ich endlich im Bett war, war ich heute Morgen schon um kurz nach 07:00 Uhr wieder wach.
Heute haben wir mal wieder einen etwas gechillteren Tag eingelegt. Bei einem örtlichen Fahrradverleih hatten wir zwei Räder bestellt, die wir gegen 09:30 Uhr abholen. Das Wetter ist wieder einmal perfekt für die geplante Aktivität geeignet. Die Sonne strahlt, aber es ist mit Temperaturen um 20°C nicht zu warm und weitestgehend windstill.

So machen wir uns gemütlich auf den Weg, der uns Richtung Westen immer an der Strandpromenade entlang führt. Unterwegs legen wir mehrere Stopps ein, um uns die Jettys (Stege, die über das Wasser führen) anzusehen und auch den Strand selbst zu erkunden und die Füße ins Wasser zu halten.

Dann wir es Zeit für einen Kaffee. Unser Vermieter hatte uns am Sonntag bei unserer Anreise ein Café direkt am Strand empfohlen. Dort dauert es allerdings überraschenderweise ca. 25 Minuten vom Bestellen und Bezahlen bis wir endlich unsere Getränke gebracht bekommen.

Mach der Kaffeepause legen wir erst einmal eine etwas längere Strecke zurück. Unser Ziel ist das andere Ende der langgestreckten Bucht. Dort liegt der Ortsteil Point Vernon. Die Küstenlinie biegt nach Norden ab und neben dem weißen Sand gibt es hier auch wieder ausgedehnte Felder mit den schon bekannten Coffee Rocks. Hier wachsen überraschenderweise sogar Büsche darauf, die wohl bei Hochwasser im Wasser stehen.

Wir suchen uns erneut einen lauschigen Platz am Strand, legen eine Pause ein und sehen uns noch etwas um.





Erstaunt stellen wir fest, dass hier sogar Kokospalmen am Strand wachsen.



Schließlich umrunden wir die Nordspitze von Point Vernon. Hier ist es sehr ruhig, eine belebte Strandpromenade mit Geschäften, Cafés und Bars wie in den anderen Ortsteilen von Hervey Bay gibt es hier nicht.
Der Radweg entlang der Küste endet schließlich. Wir durchqueren einmal den Ort und erreichen wieder die östliche Seite der Bucht. Auf dem gleichen Weg, auf dem wir gekommen sind, radeln wir wieder zurück. Theoretisch gibt es auch noch einen ausgewiesenen Radweg auf einer stillgelegten Bahntrasse durch den Ort, aber am Wasser gefällt es uns einfach besser.
Dann ist es Zeit für das Mittagessen und wir kehren beim hungrigen Pelikan ein.
Das Angebot an Speisen ist vielfältig und die Snacks dort sind sehr lecker.
Dann setzen wir unseren Weg fort. Wir kommen am Monument für die Butchulla vorbei, das Volk der Aborigines, denen dieses Land gehört.



Dann machen wir noch einmal eine Pause am Strand. Zu unserer großen Freude sehen wir dort einige Delfine, die in relativ geringer Entfernung am Strand vorbeiziehen und im Wasser spielen.






Kurz darauf haben wir unseren Ausgangspunkt wieder erreicht. Wir beschließen, noch etwas darüber hinaus zur Whalebay Marina zu fahren, um dort noch einen Kaffee zu trinken. Als wir dort ankommen ist die Enttäuschung allerdings groß: sämtliche Cafés und selbst die Geschäfte dort sind geschlossen.


So fahren wir unverrichteter Dinge wieder in den Ort zurück. Wir geben unsere Leihfahrräder ab und trinken in einem Café an der Straße noch einen Kaffee.
Schließlich besuchen wir zu Fuß noch die Pier des Ortsteils Urangan.

Die Pier wurde im Jahr 1917 errichtet, um Zucker und Holz aus dem Hinterland der Bucht zu verschiffen. Sie hatte ursprünglich eine Länge von 1124 Metern. Auf ihrem seeseitigen Ende wurden zwei große Lagerschuppen errichtet, um die zu verschiffenden Güter dort lagern zu können. Ab Ende der 1920er Jahre wurde dann von der Pier aus neben Zucker und Holz auch Kohle aus den Kohlegruben in Burgowan und Howard, zwei Tagebauen in Nachbarorten von Urangan verschifft.
Als Ende der 1950er / Anfang der 1960er Jahre der Export von Kohle und Zucker nachließ, baute der Ölkonzern Caltex im Jahre 1961 ein Ölterminal am Ende der Pier, über das importierter Treibstoff angelandet und auf Tank-LKW verladen wurde.
Nachdem im Jahre 1985 dann schließlich der letzte Öltanker abgefertigt wurde, hatte die Pier ausgedient und man begann, sie abzubauen. Daraufhin gründete sich eine Initiative zur Rettung der Pier, die schließlich erfolgreich verhinderte, dass die bis dahin noch verbliebenen 880 Meter der Pier auch noch abgebaut wurden.
Wir gehen auf der Pier einmal bis zu deren Ende und wieder zurück.




Die Pier dient heute einer Vielzahl von Menschen als Basis, die dort dem in Australien scheinbar äußerst beliebten Angeln nachgehen. An und auf nahezu jedem Gewässer sieht man hier Menschen jeden Alters und Geschlechts, die vom Land oder vom Boot aus dieser Beschäftigung nachgehen.
Dann neigt sich unser Tag auch schon wieder dem Ende entgegen. Wir fahren noch kurz beim Discounter mit den vier Buchstaben vorbei, weil wir dringend Wasser benötigen (das australische Leitungswasser ist zwar grundsätzlich trinkbar, aber leider selten genießbar) und uns für die kommenden Tage mit einigen Vorräten versorgen müssen.
Dann kehren wir in unsere Wohnung zurück und lassen den Tag ruhig ausklingen.
Hier findet ihr wieder den Link zu der Aufzeichnung der Tour bei Komoot:

Das sieht nach einer schönen Radtour aus, und es ist ja auch wichtig, dass man ab und zu mal entspanntere Tage hat!