Heute steht ein Besuch in Tromsø auf dem Programm.

Bevor wir jedoch dort ankommen, läuft das Schiff während der Nacht und am Vormittag noch die Häfen in Sortland, Risøyhamn und Harstad an. Diese Häfen verschlafen wir, weil wir wegen des langen Tages gestern auch einmal ausschlafen wollen.

Während wir frühstücken fahren wir an der Insel Ryøya entlang durch den Rystraumen. Diese Meerenge hat einen der stärksten Gezeitenströme in Norwegen. Je nach Tide beträgt die Geschwindigkeit des Stroms bis zu acht Knoten, also knapp 15 km/h. Die Strömung ist bereits an der Wasseroberfläche zu erkennen.

Starke Strömung im Rystraumen

Wieder nur für einen kurzen Stopp laufen wir den Hafen von Finsness an. Dann erreichen wir am frühen Nachmittag unser heutiges Tagesziel.

Tromsø als die größte Stadt in Nordnorwegen wird auch Hauptstadt der Arktis genannt, weil von hier aus viele Arktisexpeditionen gestartet sind. Die Stadt war unter anderem Heimat von Roald Amundsen, der mit seiner Expedition als erster Mensch den Südpol erreichte. Sein Denkmal ist in der Stadt aufgestellt.

Denkmal für Roald Amundsen

In Tromsø haben wir einen Ausflug gebucht, der drei Programmpunkte beinhaltet. Die Ankündigung lautete wie folgt:

  • eine Fahrt mit der Fjellheisen-Seilbahn zu einem Aussichtspunkt über der Stadt,
  • die Besichtigung der Eismeerkathedrale und
  • die Besichtigung eines Fischereimuseums.

Unmittelbar nach dem Anlegen des Schiffes geht es los und wir treffen uns mit unserem Guide. Es regnet leicht aus tiefhängenden Wolken. Bereits bei der Anfahrt zur Seilbahn ist abzusehen, dass wir von oben nichts sehen werden, weil der Aussichtspunkt im Nebel liegt. Aber gebucht ist gebucht und so müssen wir tatsächlich nach oben fahren. Zu allem Überfluss wird zurzeit auch noch die Bergstation der Seilbahn neu gebaut, sodass wir dann dort oben im Nebel durch eine matschige Baustelle stolpern.

Nach einer guten halben Stunde nutzlos verbrachter Zeit lässt uns die Seilbahn wieder nach unten fahren. Danach geht es zur Eismeerkathedrale.

Eismeerkathedrale in Tromsø

Die Kirche wurde im Jahr 1965 erbaut und ist in ihrer Architektur durchaus bemerkenswert. Der Architekt hatte ein durchsichtiges Gebäude geplant, das der langen Dunkelheit in der Polarnacht einen Gegenpol setzen sollte. Licht sollte ungehindert in die Kirche dringen. Daher waren sowohl die Front des Gebäudes als auch die Rückseite hinter dem Altar komplett aus Glas gebaut. Auch zwischen den unterschiedlich großen dreieckigen Bauelementen der Außenwände sind Glaseinsätze verbaut.

Bereits kurze Zeit nach der Einweihung der Kathedrale zeigte sich jedoch, dass die Gottesdienstbesucher bei den in diesen Breiten recht häufig vorkommenden niedrigen Sonnenständen durch die hinter dem Altar befindliche Glasfront geblendet wurden. So entschloss sich die Gemeinde, die Glasscheibe hinter dem Altar durch ein farbiges Glasmosaik mit einem biblischen Motiv zu ersetzen.

Der Architekt besuchte ein weiteres Mal die Kathedrale und erklärte, man habe seine Kirche „zerstört“. Er verließ Tromsø und kehrte nie wieder dorthin zurück.

Die Gemeinde stellte dann wenige Jahre später auch noch fest, dass Feuchtigkeit durch die Betonelemente in das Innere der Kirche drang, sodass die Elemente außen aufwändig mit einer Schicht aus Aluminiumblechen überzogen werden mussten.

Während die Kirche durch ihre auffällige Architektur von außen durchaus die Blicke auf sich zieht, ist sie im Inneren eher schlicht gehalten.

Nach dem Besuch der Kathedrale machen wir mit dem Bus eine kurze Stadtrundfahrt. Danach besuchen wir das als Fischereimuseum angekündigte „Full Steam Museum“. Es handelt sich um ein kleines dreistöckiges Haus, in dem drei Ausstellungen untergebracht sind:

  • eine Ausstellung zur indigenen Bevölkerung der Sami,
  • eine Ausstellung mit Bildern von Polarlichtern und
  • eine Ausstellung zu Seefahrt und Fischerei.

Eine Ausstellung zur Kultur der Sami hatten Monika und ich bereits in Finnland besucht. Die Bilder zu den Polarlichtern beschränkten sich auf wenige großformatige Exponate und die Ausstellung zu Fischerei und Seefahrt wirkte eher ungeordnet zusammengetragen. Da es inzwischen auch zu regnen aufgehört hat, beschließen wir sehr bald, das Museum zu verlassen, noch einen kurzen Stadtbummel zu unternehmen und danach auf eigene Faust zum Schiff zurückzukehren.

Der Stadtbummel fällt allerdings wegen wenig verbleibender Zeit tatsächlich sehr kurz aus.

Letzte Station unseres Stadtbummels ist die Domkirche von Tromsø.

Tromsø Domkirke

In dieser Kirche werden wir auf der Rückfahrt ein Mitternachtskonzert erleben, auf das ich mich bereits sehr freue.

Zurück an Bord legt das Schiff dann auch sehr bald wieder ab und es gibt Abendessen. Höhepunkt des Abendessens ist ein Vorspeisenbuffet mit norwegischen Schalen- und Krustentieren.

Blick auf das Vorspeisenbuffet

Von Michael

2 Gedanken zu „Tromsø – Die „Hauptstadt“ der Arktis“
  1. Das letzte Foto zeigt Mamas Teller vom Buffet? 😀
    Schade, dass ihr trotz schlechter Sicht mit der Seilbahn fahren musstet…

Die Kommentare sind geschlossen.